Unsere Geschichte
„1983 im Oktober mache ich diesen Laden auf.“ — Ali Hamurcuoglu, geboren 1959 in Dereli bei Giresun an der türkischen Schwarzmeerküste, kam 1982 nach Bonn. Ein Jahr später übernahm er die Schneiderei am Bonner Talweg — und ist bis heute geblieben.
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Stationen
- 1959 — Geboren in Dereli bei Giresun an der türkischen Schwarzmeerküste.
- 1982 — Ankunft in Bonn.
- Oktober 1983 — Übernahme der Schneiderei am Bonner Talweg 46C — dort besteht seit 60–70 Jahren eine Schneiderei.
- 1986 — Zweite Filiale in Ippendorf, geführt vom Bruder (bis 2019).
- 2003 — Deutscher Pass.
- 2004 — Die Mutter, Damenschneidermeisterin, verstirbt.
- 2022 — Porträt im NRWision-Interview.
- 2023 — 40 Jahre: über 400 Gäste beim Jubiläum.
Anfang in der Südstadt
1982 kam Ali Hamurcuoglu nach Bonn, um seinen Bruder zu besuchen, der seit 1973 hier lebt. Es hat ihm so gut gefallen, dass er blieb. Die ersten deutschen Wörter, die er lernte, waren „kürzen“ und „engen“ — die wichtigsten Wörter des Handwerks. Den ersten Anzug nähte er für seinen Vater, als junger Geselle in der Türkei. Am Anfang war vieles schwierig: Manchmal sagte eine Kundin, was sie wollte, und er antwortete nur „ja, ja, ja“ — erst am nächsten Tag, als der Bruder die Zettel las, die er nach Feierabend schrieb, wurde klar, was wirklich gewünscht war. Die Kundin mit der Jacke kam drei, vier Tage später wieder — ganz glücklich. Und die ersten zehn Jahre waren schwer, wie er dem General-Anzeiger erzählte.
„Die Bonner mussten mich erst einmal annehmen.“
General-Anzeiger Bonn, 2023„Wenn man davon überzeugt ist, dass man seine Sache gut macht, warum sollte man dann nicht weiter machen?“
General-Anzeiger Bonn, 2023
Handwerk & Haltung
„Qualität, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Pünktlichkeit — das ist der Erfolg.“Ali, NRWision-Interview 2022
Ändern ist anspruchsvoller als neu nähen: Beim Anzug legt man den Stoff auf den Tisch, misst, schneidet — beim Ändern braucht es besonderes Talent und Erfahrung. Das Erfolgsrezept von Ali's Schneider Atelier: saubere Arbeit, Qualität, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit. Fehler werden erkannt und korrigiert — das gehört zum Handwerk dazu. Heute sind rund 70 Prozent der Aufträge Änderungen; in den ersten beiden Jahrzehnten waren es vor allem Neuanfertigungen. Lieber reparieren als wegwerfen: „Gott sei Dank schmeißt das deutsche Volk nicht so viel weg.“ Und wer meint, nach 40 Jahren sei alles gelernt, hört von Ali: „Ich mache das seit 39 Jahren und lerne heute noch.“
Teil der Südstadt
„Die Bonner gehen nicht zur Schneiderei, sie gehen zu Ali.“General-Anzeiger Bonn, 2023
Ali's Schneider Atelier ist das fünftälteste Geschäft am Bonner Talweg. Die Einzelhändler der Straße sind wie eine große Familie, die sich gegenseitig hilft — jedes Jahr richtet Ali das Nikolausfest mit aus. Stammkunden kommen seit ihrer Kindheit: Wer schon als Kind mitkam, holt sich heute noch Traubenzucker an der Theke. An der Wand hängt eine große Fotowand mit prominenten Stammkunden: Norbert Blüm, Eckart von Hirschhausen, Dave Davis und Oliver Mintzlaff. Als das Atelier 2023 sein 40-jähriges Jubiläum feierte, kamen über 400 Gäste.
Porträt im General-Anzeiger (2023)Interview bei NRWision (2022)